Freie Sicht auf das Gänsemännchen

Die Thüringische Landeszeitung in der Ausgabe vom 06.08.2008:

Brunnen in der Schillerstraße restauriert

IIja Streit hat -den Gänsemännchenbrunnen restauriert und die Brunnenschale aus Sandstein abgedichtet.
IIja Streit hat den Gänsemännchenbrunnen restauriert und die Brunnenschale aus Sandstein abgedichtet. Vier Wochen lang war der Blickfang in der Schillerstraße von Bauplanen verhangen. Dass er jetzt nicht nur sichtbar, sondern vor allem sehr ansehnlich geworden ist, freut vor allem die Stadtverwaltung, die die Arbeiten in Auftrag gegeben hatte. Foto: Christine Müller

Weimar. (tlz/chm) Mitten in der Schillerstraße laufen wir täglich an einem der ältesten Wahrzeichen der Stadt vorbei, dem Gänsemännchenbrunnen. 140 Jahre steht er nun schon und ist allzeit ein Blickfang für die Weimarer und ihre Gäste. Seit gestern ist die Sicht auf den Brunnen wieder frei, nachdem. er vier Wochen lang durch Bauplanen abgedeckt war. Hinter dem Sichtschutz hatte sich der Restaurator Ilja Streit zu schaffen gemacht, um ein Problem zu lösen, das der Brunnenmeisterei seit vielen Jahren Kopfzerbrechen bereitete: die nässende Brunnenschale. Alle bisherigen Versuche, die Schale nach althergebrachten Methoden abzudichten, zeitigten nur kurzfristige Erfolge. Nachdem aber im vergangenen Sommer die große Schale des Neptunbrunnens am Markt mit einem dauerhaften Beschichtungssystem versehen worden war und sich bewährt hat, wandte Streit diese Restaurierungsmethode nun auch am Gänseniännchenbrunnen an. Als nächstes soll der Brunnen in Süßenborn in den Genuss einer solchen Kur kommen.
Der Gänsemännchenbrunnen ist eine Kopie des "Entenmanns" hinter der Nürnberger Lorenzkirche. Goethe hatte sich auf einer Reise in die Skulptur vernarrt und eine Kopie davon bestellt, die 1814 nach Weimar kam – wenn auch voterst nur aus gebranntem Ton.

© Ilja Streit Steinrestaurierung | Stand: 13.11.2011