Krackow-Gräber nun restauriert
Die TLZ in der Ausgabe vom 29.8.2007
Arbeitskreis Friedhofskultur: Sein Engagement zeigt erste sichtbare Ergebnisse

Deutlich lesbar die Inschriften, die Inschriften, die Tafeln in strahlendem Weiß: Dass die Grabstätte Krackow auf dem Hauptfriedhof wieder in würdigem Zustand ist, ist dem AK Friedhofskultur zu danken.
TLZ-Foto
Weimar. (tlz/web) Ohne Spenden geht es nicht: Um so glücklicher zeigte sich der Arbeitskreis "Weimarer Friedhofskultur" im Verein "Grüne Wahlverwandtschaften", dass seine Arbeit mit der fachgerechten Instandsetzung des Grabmals von Charlotte Krackow (1825-1915) und ihrem schon 1887 verstorbenen Bruder Carl Krackow erste sichtbare Ergebnisse aufweist. Die Inschriften bis zur Unkenntlichkeit verwittert, die bescheidenen Grabtafeln schmutzig grau, - achtlos gingen die meisten an den Gräbern der Wegbegleiterin von Weimars Silbernem Zeitalter vorüber. Namen, Daten und der schöne Sinnspruch "Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein" gänzlich unleserlich. Das ist nun vorbei: Zur Gedenkstunde an der wiederhergestellten Grabanlage nahe der Westmauer des Historischen Friedhofes waren am Dienstag mit Reinhard Krackow und Fritz Niggeloh auch Nachfahren der Familie Krackow angereist.
Auf Grundlage der denkmalpflegerischen Zielstellung des Restaurators Benito Sellin hat sein Berufskollege Ilja Streit die feinen Tafeln und die Unterkonstruktion gerettet. Jetzt sind die Marmoroberflächen wieder strahlend weiß, die Inschriften treten deutlich hervor.
Dr. Ulrike Müller-Harang, die ein Foto von Otto Rasch' berühmtem Gemälde von Charlotte Krackow zum Blumengebinde aufs Grab gesellte, würdigte Charlotte Krackows Wirken. Dass die Gedenkstunde just an Goethes Geburtstag stattfand, hatte einen plausiblen Grund: Exakt vor 90 Jahren und damit bereits zwei Jahre nach dem Tod Charlotte Krackows war das Kirms-Krackow-Haus, einst Drehscheibe europäischen Geisteslebens, der Öffentlichkeit als museale Stätte eröffnet worden. Legendär aber sind auch Charlotte Krackows Erinnerungen an die nachklassische Zeit in Weimar, die sie auf Anregung von Großherzog Carl Alexander zu Papier brachte. Anno 1836 war sie mit ihrer Schwester Sophie von ihrer Tante Karoline Kirms ins Kirms'sche Anwesen geholt worden. Als diese 1866 starb, bewahrten Charlotte und Sophie Krackow das Erbe, ließen kaum Änderungen an der Einrichtung von 1823 vornehmen.
